Pressebericht OZ, 14. September 2000

    "Pommern schätzen Schweinefleisch, Franz-burger Betrieb Zahlmann feiert zwanzigsten Geburtstag"

    Franzburg/Groß Lüdershagen.
    Am Samstag feiert die Fleischerei Zahlmann beim Hoffest auch den 20. Geburtstag des Betriebes.Firmengründer Karlheinz Zahlmann (Jahrgang 1952) hat in Barth gelernt und war vor dem Gang in die Selbstständigkeit Produktions-leiter im Schlachthof. 1980 schlug die Geburts-stunde des Betriebes in der Franzburger Ernst- Thälmann- Straße.Eigentlich wollte Zahlmann in Stralsund sein Unternehmen Einrichten, aber in der DDR gab es keine Gewerbefreiheit, er erhielt keine Gewerbegenehmigung.
    "Wir mussten die Firma neu aufbauen", erzählt Karlheinz Zahlmann. "In dem schon vorher als Fleischerei genutzten Haus gab es keine Maschinen mehr." Nur die Konsumverkaufsstelle existierte noch.
    Es gab nur ein Quartalskontingent, das in drei Wochen verkauft war. Ein Viertel der Schweine wurde ohne Keulen angeliefert. Es fehlten Därme und Zusatzstoffe. Schrottreife Maschinen mussten wieder aufgemöbelt werden. "Wir hätten gern mehr verkauft, aber konnten es nicht", resümiert der Fleischeringenieur.
    Trotzdem hat er den Schritt nicht bereut. Er wollte selbstständig arbeiten und dafür gerade stehen. Drei Mitarbeiter hatte er damals und seine, wie es so schön heißt, mithelfende Ehefrau. Nach der Wende war an die notwendige Erneuerung und Erweiterung in einem städtischen Wohngebiet nicht zu denken, die Produktion zog nach Groß Lüdershagen um.
    Die Söhne Torsten und Thomas haben das Fleischerhandwerk erlernt und bei Berufswettbewerben ausgezeichnet abgeschnitten. Torsten machte mit 23 seinen Meister. "Wir haben acht Geschäftsleute in Stralsund, Franzburg, Richtenberg und Barth und über 50 Mitarbeiter", erläutert er. Karlheinz Zahlmann ist übrigens fürs Deftige, für regionale Gerichte. Die Pommern schätzen nach wie vor das Schweinefleisch weit vorm Rind. Im Kommen sind Geflügel und Wild aus heimischen Wäldern. Kalb oder Schaflämmer werden langsam stärker nachgefragt. "Viele verbinden Schaf mit Hammelbraten vergangener Zeiten. Was natürlich überhaupt nicht stimmt", so Torsten Zahlmann.
    "Der Trend geht in Richtung küchenfertiger Gerichte", ergänzt sein Vater. "Soljanka, Lungenhaschee, Sauerkraut oder Grünkohl laufen sehr gut." Im Aufwind ist der Partyservice. Bis zu 350 Leute wurden komplett versorgt. Damit das Buffet noch schöner aussieht, haben zwei Frauen einen chinesischen Schnitz-lehrgang besucht.
    Einen Rettich-Kakadu gibt ´s im Franzburger Laden zu sehen.

    (von E. O., OZ, 14. September 2000)