Pressebericht OSTSEE-ANZEIGER, 10. Januar 2001

    "Mein Wort: Wir verarbeiten für Wurst kein Rindfleisch, Rund sechzig Schweine werden wöchentlich bei Zahlmann verarbeitet"


    Stralsund.

    Durch das bekannt werden von Erkrankungen einiger deutscher Rinder an BSE hat sich das Kaufverhalten schlagartig geändert. Rindfleisch wird in Geschäften kaum noch oder sehr wenig verlangt.In Stralsund sowie im Landkreis NVP ist es ähnlich wie in anderen Städten und Dörfern auch.
    Nicht nur die Bauernhaben darunter zu leiden, auch die Fleischereien und Fleischwarenbetriebe aus der Region.
    Dennoch sollte bei aller verständlichen Vorsicht auf das Wort der einheimischen Fleischereimeister vertraut werden. Firmenchef Karlheinz Zahlmann steht seit 1980 auf eigenen Füßen und begann vor fünf Jahren den neuen Betrieb in Groß Lüdershagen, in den die Familie rund vier Millionen Mark investiert hat, aufzubauen.
    52 Beschäftigte finden hier Arbeit. "Ich gebe allen Käufern mein Wort", sagte er, "wir verarbeiten in fast allen Wurstsorten schon seit einigen Jahren kein Rindfleisch. Ausnahmen bilden lediglich Kraftfleisch, Rindersalami oder Rindfleischsalat. Zu 90 Prozent fertigen wir alles selbst ".
    Fünf eigene Filialen in Stralsund, eine in Barth sowie jeweils eine in Richtenberg und Franzburg werden von dort beliefert. Dazu Gaststätten, kleinere Märkte und Wiederverkäufer.
    Die Behauptung, dass in Leberwurst Rindfleisch enthalten sei, weist er als unrichtig zurück. "Dann würde diese durch das Rindfleisch dunkel werden", sagte Fleischermeister Zahlmann, der 1980 mit einem Geschäft in Franzburg begann und sich in seinem Fach bestens auskennt. Auch in den anderen Handwerksbetrieben könne er sich nicht vorstellen, dass anders gehandelt werde. Das so genannte Sepparatorenfleisch " es wird in großen Verarbeitungslinien maschinell von den Knochen getrennt und für die Wurstverarbeitung genutzt " sei für ihn kein Thema. Er beziehe wöchentlich sechzig bis siebzig Schweine aus den Schlachthöfen Teterow, Anklam sowie von einem Partner aus Schleswig-Holstein.
    Als das Rindfleisch noch gefragt war, wurden die geschlachteten Tiere ohne Köpfe und Innereien angeliefert, bestätigte Herr Zahlmann. Also muss niemand befürchten, der bei einem Handwerksbetrieb gekauft hat, in absehbarer Zeit an BSE zu erkranken.
    Mit Genuss kann man auch künftig in die beliebte Bockwurst beißen, denn dort hinein gelangt nur saubere Ware vom Schwein. Übrigens ist die Bockwurst von Zahlmann sehr begehrt.
    Immerhin stellen die Fleischer täglich 200 bis 300 kg her. Sohn Torsten, dem 1997 der Meistertitel verliehen wurde, legt in der Verarbeitung mit Hand an. Bruder Thomas ist sonst in seinem Beruf als Fleischer in der Firma tätig, aber zur Zeit leistet er seinen Zivildienst. Mehr und mehr entwickelt sich der Platten- und Partyservice von Zahlmann zum zweiten Standbein. Erst kürzlich wurde dort für eine Jahresabschlussfeier für rund 800 Personen das Buffet bestellt. Für andere Feiern, Familien- sowie Richtfeste schätzen die Ausrichter die Frische, Qualität und den umfassenden Service. Suppen, Vorspeisen, Salate, Cocktails, kalte Spezialitäten, Fischplatten, Desserts, warme Braten, wild, Beilagen sowie unterschiedlichste Buffets können gebracht oder geholt werden. Das Ausleihen von Geschirr, Gläsern, Bestecken sowie Partyzelten in der Größe von 30 bis 450 Quadratmetern ist ebenfalls möglich.
    Im nächsten Jahr soll noch angebaut werden, um mehr Platz für den Partyservice zu schaffen.
    Übrigens ist die Firma Zahlmann vorbildlich in der Lehrlingsausbildung. Zwölf Auszubildende erlernen hier einen Beruf. Zwei Fleischerlehrlinge und vier als Verkäuferinnen können sich für 2001 bewerben und zuvor ausprobieren, ob es ihnen zusagt.

    (von M. H., OSTSEE-ANZEIGER, 10. Januar 2001)