Pressebericht OZ, 30. Juni 1994

    "Kür mit Kotelett und Filet, Franzburger Fleischgeselle gehört zu den Besten Europas"

    Franzburg.


    Rummel um seine Person kann er nun überhaupt nicht leiden. Am liebsten wäre es dem Fleischergesellen Torsten Zahlmann (20), wenn man ihn in der Schlachterei seiner Eltern ganz in Ruhe seine Arbeit tun lässt. Aber wenn da ein Franzburger Junge nicht nur Innungs- bester in Holzminden und Landesmeister von Niedersachsen wurde, beim Bundesleistungs- wettbewerb der jungen Fleischer in Münster den 3. Platz holte und jetzt auch noch beim inter- nationalen Leistungswettbewerb der Fleischer- jugend für Deutschland startet, muss er sich wohl einige neugierige Fragen gefallen lassen.Anfang Juni trat Torsten Zahlmann mit seinen beiden Mannschaftskameraden aus Baden Würtemberg und Bayern gegen junge Fleischer aus Dänemark, Holland, der Schweiz und Österreich an und holte Silber. Gemunkelt wurde sogar, dass die Leistung sogar Gold wert gewesen wären. Da Deutschland schon mehrfach auf heimischen Boden gesiegt hatte, war man wohl besonders streng. Die Jury setzte die Schweiz auf den ersten Platz. Aber das ist für Torsten nicht entscheidend. "Wichtig ist doch, dass man überhaupt an einem solchen
    Wettbewerb teilgenommen hat und von sich sagen darf, man gehört zur Fleischerei-Elite Europas." Der Wett- kampf war hart, wie er beschreibt. Jeder Handgriff musste sitzen. Herzustellen waren unter anderem eine Roulade, Pasteten und drei küchenfertige Gerichte. Außerdem musste vom Rinderviertel ein Fleischstück dekorativ zubereitet werden. Messer, Stahl und Stechschutzhandschuhe sind dabei das wichtigste Handwerkszeug. Dann ging es in die Kür. Ein Kotelett- strang mit Filet bildete die Basis. Torsten zauberte daraus leckere Sachen: Einen Rollbraten, Mandel- medaillons, Fondue, einen Blätterteigzopf und Steaks - auf Platten dekoriert mit vielen Ideen. Und das alles in 100 Minuten.

    (OZ, 30. Juni 1994)